In Herrsching am Ammersee im Landkreis Starnberg ist am Donnerstag eine Rentnerin durch einen sogenannten Schockanruf um 100.000 Euro gebracht worden. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am 9. Oktober 2026 mit. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen.
Nach Angaben der Polizei erhielt die Seniorin am späten Nachmittag einen Anruf eines angeblichen Arztes. Dieser erklärte, die Tochter der Frau sei an Krebs erkrankt. Eine Heilung sei nur durch die schnelle Verabreichung teurer Medikamente möglich.
Die verunsicherte 75-Jährige ging auf die Forderung ein. In der Folge übergab sie Bargeld in Höhe von 100.000 Euro an einen unbekannten Abholer. Der Mann wird als etwa 30 bis 40 Jahre alt beschrieben. Er war hell gekleidet und hatte blonde, lockige Haare.
Im Anschluss folgte ein weiterer Anruf. Dabei wurde der Frau mitgeteilt, die bereits übergebene Summe reiche für eine Rettung nicht aus. Auf die neue Forderung ging die Seniorin nicht ein. Stattdessen verständigte sie die Polizei.
Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittelt in dem Fall. Die Polizei rät, Telefonate zu beenden, wenn unklar ist, wer anruft, oder wenn Druck ausgeübt wird. Die Polizei ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an. Wer unsicher ist, soll selbst die 110 wählen, dabei aber nicht die Rückruftaste nutzen.
Außerdem sollen angeblich betroffene Angehörige unter der bekannten Nummer angerufen werden. Am Telefon sollten keine Angaben zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen gemacht werden. Geld oder Wertsachen sollen niemals an unbekannte Personen übergeben werden. Die Polizei empfiehlt, eine Vertrauensperson hinzuzuziehen oder über den Notruf 110 die Polizei zu verständigen.
Angehörige sollten zudem über die Masche sprechen und insbesondere ältere Menschen davor warnen. Weitere Informationen zu Schockanrufen und Betrug über Messenger-Dienste gibt es auf den Seiten der Präventionskampagne „LEG AUF!“.
Quelle: Polizei Präsidium Oberbayern Nord
Datum: 09/10/2026
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