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Kommunen beraten über Energieversorgung und Krisenvorsorge

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Wie können Kommunen ihre Energiekosten senken und sich zugleich besser gegen Krisen wappnen? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 60 Bürgermeister, Kreis- und Gemeinderäte sowie kommunale Klimaschutzverantwortliche beim Thementag des EU-Projekts EnTranC im Sparkassensaal in Fürstenfeldbruck.

Andreas Weigand, Geschäftsführer der Energieagentur KLIMA³, eröffnete die Veranstaltung mit einem Vergleich: Wer Ressourcen schont und Vorräte anlegt, ist besser auf Engpässe vorbereitet. Das gelte auch für die Energieversorgung. Imke Lübbeke von der EU-Klimaagentur CINEA verwies auf die Bedeutung des Projekts „Energy Transition in Citizens’ Hands“ für die Energiewende vor Ort. Angesichts geopolitischer Krisen und steigender Energiekosten müsse die Versorgung weniger anfällig für Preisschocks werden.

Leonhard Gandhi vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE stellte den Stand der Energiewende in den Projektlandkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck vor. Die Photovoltaik sei dort bereits gut vorangekommen, bei der Windenergie gebe es noch Nachholbedarf: Sechs Anlagen seien in Betrieb, 24 weitere geplant. Langfristig brauche es sowohl Photovoltaik als auch Windenergie, betonte Gandhi.

Wie eine Gemeinde ihre Widerstandsfähigkeit stärken kann, zeigte Markus Hollemann, ehemaliger Bürgermeister von Denzlingen. Die Gemeinde wolle ihre Treibhausgasemissionen bis 2035 auf null senken. Zu den Maßnahmen gehören ein Nahwärmenetz mit Bürgerbeteiligung, Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher auf kommunalen Liegenschaften, eigene Gemeindewerke, ein elektrifizierter Fuhrpark und Regenwasserspeicherung.

Robert Bals, Bürgermeister von Adelshofen, stellte das Projekt „Nahwärme Adelshofen“ vor und rief dazu auf, bei kommunalen Vorhaben in die Umsetzung zu kommen. Benedikt Schweiger von der Technischen Universität München präsentierte ein Modell, mit dem sich Wärmenetze automatisiert auslegen und verschiedene Szenarien berechnen lassen.

Bei der Stromerzeugung ging es um Bürgerbeteiligung und die bessere Nutzung vorhandener Ressourcen. Als Beispiel für die Akzeptanz von Photovoltaik wurde Tutzing genannt: Die damalige Bürgermeisterin Marlene Greinwald hatte dort eine Anlage mit Bürgerbeteiligung vorangebracht. Das Pilotprojekt „Energy Sharing“ in Berg soll das Stromnetz entlasten und Energie effizienter nutzen. Bürgermeister Rupert Steigenberger sowie Maximilian Kun und Sebastian Raum von der Energiegenossenschaft Fünfseenland stellten das Vorhaben vor. Als Hemmnisse für den Ausbau der Windenergie wurden insbesondere Rahmenbedingungen auf Bundesebene genannt.

Erwin Karg, ehemaliger Bürgermeister von Fuchstal, erläuterte anhand des Projekts „Fuchstal leuchtet“, wie erneuerbare Energien zur Versorgungssicherheit beitragen können. Im Krisenfall könne die Stromversorgung auf das Fuchstal-Netz umgestellt werden. Grundlage dafür ist eine über längere Zeit aufgebaute lokale Energieinfrastruktur mit Windenergieanlagen, Wärmenetz, Biogasanlage und Wärmezentrale.

Zum Abschluss sprach Rechtsanwältin Julia Ludwig über mögliche Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die ab 2027 greifen könnten. Vorgesehen seien unter anderem Einschränkungen bei Entschädigungen für abgeregelten Strom, eine Begrenzung der Photovoltaik-Spitzenleistung auf 70 Prozent und der Wegfall der Einspeisevergütung für neue Anlagen. Damit solle der Ausbau erneuerbarer Energien stärker mit dem Netzausbau abgestimmt werden. Ludwig erwartet zugleich, dass sich der Anlagenzubau dadurch verlangsamen könnte. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen; Änderungen sind daher möglich.

Quelle: KLIMA³ Energieagentur
Datum: 16/10/2026
Link: Original-Meldung

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