Das Amt für Jugend und Familie Fürstenfeldbruck hat das fünfjährige Bestehen des Familienrats als Arbeitsmethodik in der Jugendhilfe bilanziert. Zu einer Fachveranstaltung unter dem Titel „Partizipation in der Jugendhilfe ermöglichen. Der Familienrat als Element der Hilfeplanung“ kamen am Montag, 15. Juni, rund 70 Gäste ins Landratsamt Fürstenfeldbruck. Vertreten waren Mitglieder des Kreistags, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts sowie externe Fachleute aus der Jugendhilfe.
Das Verfahren stellt die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt. Junge Menschen und ihre Familien sollen an Entscheidungen über Hilfen beteiligt werden und eigene Lösungen entwickeln können. Nach Angaben des Landratsamts hatte das Amt für Jugend und Familie die Methode vor fünf Jahren eingeführt und damit in Bayern eine Vorreiterrolle übernommen. Parallel wurden Außenstellen in Germering, Gröbenzell und Puchheim eröffnet, um niedrigschwellige Unterstützung vor Ort anbieten zu können.
Landrat Thomas Karmasin verwies bei der Begrüßung auf Freiheit und Mündigkeit als grundlegende Werte demokratischen Handelns. Diese müssten auch im Vorgehen einer kommunalen Behörde berücksichtigt werden. Gerade im Jugendamt, das sowohl Unterstützungsleistungen erbringt als auch das Kindeswohl sicherstellen muss, sei es wichtig, Bürgerinnen und Bürger als mündige Subjekte und Verantwortliche ihres eigenen Handelns zu behandeln und ihre Wünsche und Bedarfe einzubeziehen.
Kern des Familienrats ist eine organisierte Konferenz für den jungen Menschen und seine Familie. Ziel ist es, gemeinsam eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Entscheiden sich Betroffene für eine Jugendhilfemaßnahme, wird diese im Rahmen der bestehenden Rechtslage umgesetzt.
Festredner der Veranstaltung war Prof. Dr. Reinhard Wiesner aus Berlin, der häufig als „Vater des Achten Sozialgesetzbuches“ bezeichnet wird. In seinem Vortrag erläuterte er die Bedeutung der Beteiligung junger Menschen und ihrer Eltern in der Hilfeplanung. Außerdem ging er auf gesellschaftliche Veränderungen, Chancen und Herausforderungen des Familienrats sowie auf mögliche Bezüge zum laufenden Novellierungsprozess des Achten Sozialgesetzbuches ein. Das Jugendamt Fürstenfeldbruck sammle hierfür bereits wertvolle Erfahrungen.
In der anschließenden Diskussion mit Wiesner und Dietmar König, dem Leiter des Amtes für Jugend und Familie, stand die praktische Umsetzung im Mittelpunkt. König betonte den regelhaften Einbezug des Familienrats in die Hilfeplanung. Nur so könnten Hilfen passgenau und bedarfsgerecht eingerichtet werden. Praxisbeispiele von Fachkräften des Jugendamts und freier Träger sowie Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung schlossen die Fachveranstaltung ab.
Quelle: Landratsamt Fürstenfeldbruck | 19.06.2026
Quelle: Landratsamt Fürstenfeldbruck
Datum: 19/06/2026
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