Im Landkreis Fürstenfeldbruck haben in den vergangenen Monaten rund 1400 Schülerinnen und Schüler von Grundschulen das interaktive Theaterstück „Trau Dich!“ gesehen. Die Aufführungen fanden an Schulen in Fürstenfeldbruck, Germering und Olching statt. Das Stück ist Teil der bundesweiten Initiative zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs und soll Kindern Handlungsmöglichkeiten in schwierigen Situationen vermitteln.
Nach Angaben des Landratsamts wurde das Projekt wie in den Vorjahren in enger Zusammenarbeit von Schulamt und Landratsamt in den Landkreis geholt. Neben den Kindern nahmen auch 64 Lehrkräfte teil. Zum Konzept gehören eine intensive Schulung der Lehrkräfte, vorbereitende Elternabende, die Begleitung durch die Fachberatungsstelle KIM sowie eine Vor- und Nachbereitung in den Schulen mit etwa zehn Unterrichtseinheiten.
Die Nachfrage nach dem Angebot bleibt hoch. 18 Schulen aus dem Landkreis haben sich erfolgreich beworben. In den kommenden vier Schuljahren soll nach und nach jede dieser Einrichtungen eine Aufführung erhalten. Die Gastspiele für das Schuljahr 2025/2026 an Schulen in ganz Deutschland werden zu einem Großteil von der Stiftung „Bündnis für Kinder“ finanziert.
Entwickelt und evaluiert wurde „Trau Dich!“ vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, finanziert vom Bayerischen Sozialministerium. Das Stück richtet sich an Kinder der vierten Jahrgangsstufe. In vier Geschichten geht es unter anderem um persönliche Grenzen, gute und schlechte Geheimnisse, Kinderrechte, Gefühle, Verlieben und Küssen, Selbstbestimmung, Vertrauen, Missbrauch sowie darum, sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu holen.
Aufgeführt wird das Stück von professionellen Darstellerinnen und Darstellern des Theaterensembles Radiks in Aulen und Turnhallen. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Interaktion mit den Kindern. In einer Sequenz sucht ein zehnjähriger Junge Hilfe, weil seine Oma, die er sehr lieb hat, ihm mit „Schlabberküssen“ ihre Zuneigung zeigt und er nicht weiß, wie er seine Grenze formulieren kann. Die Schülerinnen und Schüler verfassen dazu gemeinsam einen liebevollen, aber klaren Brief an die Oma.
In weiteren Szenen erleben die Kinder, wie Figuren Hilfe bei Erwachsenen suchen, nachdem ihnen ein schlechtes Geheimnis anvertraut wurde oder sie selbst einen Übergriff erlebt haben. Dabei wird herausgearbeitet, wie wichtig es ist, sich zu öffnen und Unterstützung bei vertrauten Erwachsenen zu holen. Nach den Aufführungen bieten die Lehrkräfte Raum für Fragen, Rückmeldungen und weitere Begleitung im Unterricht.
Quelle: Landratsamt Fürstenfeldbruck
Datum: 09/07/2026
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